By Monika Alisch

VORWORT Die Aufwertung attraktiver innenstadtnaher Wohnviertel ist unter dem Begriff der "Gentrification" zu einem zentralen Thema der Stadtsoziologie geworden. Zahlrei che bundesdeutsche sowie internationale Fallstudien und theoretische Auseinan dersetzungen markieren das umfassende wissenschaftliche Interesse an diesem Forschungsthema. So vielfaltig die Arbeiten auch sind, es gibt dennoch "weiBe Flecken," die bisher Obersehen, vernachlassigt oder sogar ignoriert wurden. DaB es gerade der Zusam menhang zwischen der veranderten Rolle der Frauen in der Gesellschaft und dem ProzeB der Aufwertung innenstadtnaher Wohnviertel ist, der bisher zu diesen "weiBen Flecken" gehorte, wird gerade feministische Forscherinnen nicht verwun dern. Ihre interdisziplinare Arbeit hat sich der Kritik an der "Geschlechts-Blindheit" nahezu aller sozialwissenschaftlichen Theorieansatze gewidmet -mit dem Resultat, daB nur allzu gern sogenannte "Frauenfragen" an die feministische Frauenforschung weitergereicht werden. Wahrend sich die etablierte "scientific group" so urn wertvolle Anregungen bringt, bleibt die feministische Forschung -weitgehend frei willig -isoliert. Es ist wohl typisch, daB ein Buch, welches das Wort "Frau" im Titel fOhrt, auch von einer solchen verfaBt wird. Es handelt sich hier jedoch keineswegs urn die Klarung einer "Frauenfrage" -denn bekanntlich hat das Merkmal "Geschlecht" zwei Auspragungen. Mit diesem Buch wird vielmehr gezeigt, wie ein Forschungsansatz aus der Stadtsoziologie urn Aspekte feministischer Forschungsideen bereichert werden kann. Dieser "geschlechtssensibilisierte" Blick dOrfte sowohl der Diskussion urn Gentrification, als auch der raumbezogenen Frauenforschung Anregungen ge ben. Einleitung 7 1. EINLEITUNG: (KlEIN FEMINISTISCHER ANSATZ IN OER ST AOT -UNO REGIONALSOZIOLOGIE Die those yom unabanderlichen phasenhaften Niedergang der Innenstadte battle lan ge Zeit die Grundlage sozial6kologischer Stadtentwicklungsmodelle.

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Das individuell den Frauen (und ihren Familien) angelastete ROckkehr auf den Arbeitsmarkt nicht wie geplant, gelingt. ~, daB die Selbst wenn sich also die Arbeitsmarktlage fOr Frauen als noch so schwierig gestaltet, werden die Frauen kaum resigniert in die Hausfrauenrolle zurOckschlOpfen. 1m Gegenteil, bei der Reduzierung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt werden sie versuchen, ihr individuelles Risiko zu minimieren, indem sie keine (weiteren) Kinder bekommen: Die Tendenz, verheiratete Frauen aus dem Beruf zu drangen, wird nicht die Zahl der Geburten, sondern die Zahl der kinderlosen Paare erhohen (vgl.

Das Problem liegt also in erster Linie darin, dar.. die gesellschaftlichen Voraussetzungen noch nicht geschaffen sind, die eine unbelastende Vereinbarkeit von Kind und Karriere ermoglichen. Schon die Unterbrechung des beruflichen Aufstiegs durch Schwangerschafts- und Erziehungsurlaub, kann das Ende dar limgestrebten Frauen und Gentrification 56 Karriere bedeuten, zumal karriereorientierte Frauen in der Regel in Konkurrenz zu mannlichen Kollegen stehen, die von diesen Problemen frei sind. "Frauen, die beruflich we iter kommen wollen, mOssen zunachst ihre familiaren Probleme lasen, das heiBt, sie mOssen einen Weg finden, um Beruf, Partnerschaft und einen eventuellen Kinderwunsch miteinander vereinbaren zu konnen" (Schmidt, 1990: 37).

In der betrieblichen Ausbildung sind die Frauen jedoch mit 42 Prozent der Auszubildenden noch immer unterreprasentiert. 30 Frauen und Gentrification In erster Linie betraf die breite Bildungsexpansion die Frauen - eine Zwangslaufigkeit, beachtet man die LOcken, die es hier zu schlieBen galt. Beck (1986: 166) spricht sogar von der Feminisierung der Bildung in den 60er und 70er Jahren. Diese Entwicklung konnte nicht ohne gesellschaftliche Foigen bleiben. Es ist unbestritten, daB in der wachsenden Bildungsbeteiligung von Frauen ein enormes Potential des sozialen Wandels liegt.

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